Hier mal wieder ein paar Impressionen aus der Ferne!

Diesmal war es mehr eine Erfahrung als ein Entspannungsurlaub.



Uns hat es nach Moskau verschlagen!

07. - 10. Juni 2012


Netterweise hat unser Nachbar Mario, der in Moskau arbeitet, sich als Reiseleiter angeboten.Seit Januar hat er sich rührend um die Bestellung unserer Visa, die Fotoauswahl und die Hotelübernachtungen gekümmert. Alleine wäre das schon eine Herausforderung gewesen. Zum Visaantrag benötigen die Russen ein aktuelles Passfoto, Informationen über deinen aktuellen Kontostand und einen aktuellen Mietvertrag, damit Du auch nicht länger bleibst…. Zusätzlich noch eine Bestätigung über eine Auslandsreisekrankenversicherung. Das polizeiliche Führungszeugnis hätte gerade noch gefehlt….

Aber Dank Mario hat alles just in Time geklappt und wir konnten am 07. Juni 2012 mit dem Flieger nach Vnukovo einreisen. Mario hat schon am Flughafen auf uns gewartet. Wir hatten im Flieger die Pole-Position und mussten nur noch aussteigen - Nix wie raus und dann den Exil Schildern nach…Dann - die Tür ist zu! Alle wieder runter und dann zum Schalter für die Passkontrolle…. Ab hier war kalr - die freuen sich , dass wir kommen: 4 Schalter zur Passkontrolle, davon 3 nur für Russen und einer für alle anderen. Nach ca. 1 Stunde waren auch wir durch die Passkontrolle. Dann nach Schildern suche für Gepäckband.. - lesen kann man hier ja nix - alles nur auf Kyrillisch. Unsere Koffer waren auch da und dann raus zu Mario. Er hat uns schon sehnsüchtig erwartet, denn wir wollten heute noch zum roten Platz, da er am Abend wegen der Feiertages am folgenden Dienstag noch geschlossen wurde. Also nun, so schnell es geht zum Hotel, einchecken und zum roten Platz. Auf geht's - Moskau wir kommen. Dann kam der erste Kulturschock. Autofahren in Russland. Wer gedacht hat Bangkok sei schlimm sollte mal hier rüber kommen. Aus 3 Spuren werden 5 und jede Lücke wird zum überholen/vordrängeln genutzt ob schnell oder langsam, von allen Seiten drängeln sich Fahrzeuge seitlich rein. Man muss die Augen überall haben. Ein großes Lob an Mario - er hat das hervorragend gemacht.Nach ca. 1,5 Stunden waren wir im Hotel "Korston".

Das Hotel ist ein ehemaliges Casino und als solches sehr schön. Dort wurden wir direkt vom "freundlichen" Security Personal in Empfang genommen. Am Eingang des Hotels steht eine Sicherheitsschleuse wie am Flughafen - dort werden die Koffer/Taschen durch einen Scanner geschleust und man selbst nachher abgetastet…Ist schon ein bisschen schräg. Dann nach dem Check in ging es mit Mario zum roten Platz. Wir hatten Glück er war noch geöffnet, aber mitten drauf wurde eine Riesen Bühne aufgebaut. Der Kremel, die Basilika und das Kaufhaus Gum sind toll anzusehen. Wir haben uns alles genau angesehen, leider konnten wir den Kreml nur von aussen besichtigen.

Das Gum sieht von innen aus wie ein barocker Bahnhof mit tollen Geschäften - aber ziemlich teuer. Die Preise sind fast doppelt so teuer wie bei uns - deshalb waren die Läden auch fast leer. Dann sind wir noch ein wenig rumflaniert. Später haben wir in unserem Hotel im "Sushiko" lecker Sushi und Tatar gegessen.
Dazu gab es Wein und Wodka - Nastrovie…. Dann ab ins Bett. Am nächsten morgen dann Frühstück um 10 Uhr - In unserem Hotel kann man bis 17 Uhr frühstücken… Das hat was.. Aber wir wollten ja was von der Stadt sehen. Heute ging es hoch zur Lomonossov-Universität von 1755. Ein tolles Gebäude.

Dann an der Skisprungschanze vorbei an die Moskwa. Dort haben wir eine Schiffstour bis zum Kreml gemacht und sind von dort weiter gelaufen. Von der Wasserseite sieht das alles nochmals ganz anders aus. Vorbei am Denkmal für Zar Peter I.,

an der Erlöserkirche und an der Kremlseite mit den ganzen Kirchen. Man hat einen tollen Blick auf das Stalingebäude Kotelnicheskaya Embankment. Dann noch mal kurz ins Gum und zum Bolschoi-Theater. Auch ein sehr schönes Gebäude.

Dann zum etwas günstigeren Kaufhaus "ZUM" wo die Preise nur etwas teurer waren als in Deutschland. Allerdings war die Schuh-Auswahl beeindruckend.

Wir sind dann in einen Biergarten gegangen und haben etwas entspannt. Dann ging es mit der U-Bahn zurück in unser Hotel.

U-Bahn fahren ist in Russland eine ganz eigene Erfahrung. Es ist dort stickig und voller Menschen. Am Schalter war eine Frau, die uns nicht 3 Tickets zusammen verkaufen konnte, sondern nur jeweils 1 Ticket hintereinander… Die Bahn war von 1900 und die Leute schauen alle gefrustet oder unfreundlich. Die Geräusche sind superlaut und alle Frauen, die etwas hübscher sind machen während der Fahrt die Augen zu um nicht belästigt zu werden. Da ist man froh, wenn man wieder raus ist. Dann noch ab in einen 24 Std. Supermarkt mit Delikastessauswahl (Hier eine Dank von Andreas an die Frau die den Webergrill umgefahren hat…. Ich sag nur Lexus) und dann ab ins Hotel. Kurz umziehen und dann ab in eine Bierkneipe zum Fußball schauen. Das war der Plan. Wir waren schon etwas spät dran, da haben wir Mario gebeten in der Bar anzurufen und einen Tisch zu reservieren. Leider sagte man uns es wäre schon alles reserviert. Wir sind trotzdem mit dem Taxi hingefahren. Der Fahrer hat draußen gewartet um uns im Zweifel noch zu einem anderen Restaurant zu bringen. Der Laden war leer!!! Aber wir mussten am Eingang noch mit 3 Türstehern diskutieren um den Tisch vor dem WC zu bekommen. Wir haben dann mit noch 2 Gästen das erste Fußballspiel in der Bar gesehen bis sich die Bar zum Russland-Spiel etwas gefüllt hat.Unsere weibliche Bedienung hat ein Gesicht gezogen als ob man Ihr gerade eine tödliche Krankheit diagnostiziert hat. Aber es war noch eine Animose da, die den Herren Tequila verkauft hat. Viktoria kurz Vicky!

Die war nett - das fanden auch Andreas und Mario nach dem 8 Tequila. Die Bierauswahl in dem Laden war enorm - wir haben uns dann für ein bayrisches Kloster Andechs Bier entschieden - bei gutem russischem Essen. Es gab eingelegtes Gemüse, russische Tortellini in Brühe, gefüllte Piroggen mit Hackfleisch und Pilzen und frische Lammkottlets. Dazu Knoblauchbrot! Sehr lecker. Wir sind kurz vor Ende des Russland-Spiels zum Hotelzurückgefahren- da war noch richtig was los im Foyer, aber Andreas wollte nur noch schlafen… Da war wohl doch ein Tequila nicht in Ordnung…! Am Samstag nach dem Frühstück kam die Sonne raus und wir sind zum Arbat gefahren (Eine bekannte Einkaufsstraße mit Straßenkünstlern und dem Hard Rock Café…)

Ich wollte eigentlich ein schöne Fellmütze kaufen, aber bei umgerechnet 100 Euro war mir der Spaß dann doch zu teuer. Mario sagt, dass die Außengastronomie erst in den letzten 2 Jahren in Moskau angekommen ist - jetzt baut aber fast jedes Restaurant Terrassen. Sonst sind fast alle Restaurants im Keller ohne Fenster - das liegt an den langen kalten Wintern. Wir sind am Ministerium für Bau vorbeigekommen.

Ein super Haus. Selbst McDonalds hat dort eine Außenterrasse. Dann ging es weiter zum Astronauten-Museum mit dem Space Monument im Vordergrund.

Es ist mir ein Rätsel, wie jemand mit diesen Geräten auf dem Mond gelandet sein soll - aber vielleicht sind sie es ja auch gar nicht…. Danach ab ins Hotel auf einen kleinen Snack!!!!!

Kaviar, mit Bildnis und ein Gläschen Sekt!!! Es könnte schlimmer kommen!! DANKE Mario!!!! Jetzt ab in den Gorki-Park zum See und Leute beobachten.

Der russische Mann ist ehr hässlich, hat einen Kanisterkopf und ist notorisch schlecht gelaunt. Dagegen ist die russische Frau sehr hübsch und achtet sehr auf Ihr Äußeres. Kein Weg ist zu weit oder zu holprig auf 20 cm hohen Schuhen und in der besten Ausgehgarderobe, allerdings haben viele der Sachen einen Charme der 80er Jahre. Aber ein Großteil der Bevölkerung ist sehr arm und macht das beste draus.
Abends waren wir dann wieder im Sushiko essen und haben dann im Hotel vor der Großleinwand den Sieg der Deutschen Mannschaft bei der EM verfolgt.Als wir zu unserem Hotelzimmer gefahren sind, fand vor den Aufzügen noch eine Hochzeitsparty statt, wo wir direkt herzlich eingeladen wurden.

So gegen 2.30 Uhr war dann auch dieser Abend zuende. Jetzt kam der Sonntag - unser Abreisetag, aber erst abends. Nach einen guten Frühstück haben wir erstmal ausgescheckt und haben unsere Koffer bei Mario untergestellt. Dann ging es ab zum Shoppen! Mario hat uns zu einem nahegelegenen Einkaufszentrum gefahren, was gute Preise hat. Ein Paradies für Schuhfetischisten. In dem Einkaufszentrum waren ca. 15 Schuhläden mit den tollsten Formen und Farben. Da konnte selbst ich nicht mehr an mich halten und habe mir 2 Paar gekauft - was gar nicht so einfach war, da die Verkäuferin nur russisch gesprochen hat. Wir waren dort noch in einem Supermarkt - die Auswahl an Bier und Wodka war der Hammer - aber 0,5 Liter Wodka sind billiger als eine Dose Bier - da weiss man warum so viele Leute betrunken sind in Russland. Mario hat noch Wodka an einer Sondertheke gekauft, den man dort auch bezahlen musste. Er hat schön den Kassenbon mitgenommen - das war auch gut so, denn am Ausgang wurden wir von 3 böse blickenden Polizisten angeranzt, bis Mario den Kassenbon gezeigt hatte. Der Bon wurde dann erst mal kontrolliert und bis dahin haben Ihn die 2 Polizisten festgehalten wie einen Verbrecher. Ich stelle mir immer vor was ich gemacht hätte ohne die Sprache zu sprechen - da ist man schnell verhaftet. Da das Wetter sich nun etwas gebessert hatte, sind wir noch mal zur Uni gefahren und haben über Moskau geschaut, dann noch etwas russisches im Hotel gegessen (Bortsch und Stroganoff) und dann ging es auch schon ab zum Flughafen. Die Business-Lounge war ehr eine Wartehalle mit wenig Komfort, aber sie hatten einen Massagesessel für umgerechnet 10.000 € den ich gerne getestet habe. Dafür wurden wir im Flieger bestens bedient und verwöhnt - und die Mitarbeiter waren wieder freundlich, fröhlich und haben mal gelacht. Es war wirlich eine Erfahrung, aber ohne Mario wären wir wahrscheinlich nicht zurecht gekommen.

Danke Mario für die tolle Reiseleitung!!!!!